Der angemessene Umgang mit geerbten Immobilien

VOR ERBANTRITT SORGFÄLTIG ÜBERLEGEN: WAS IST GEGENSTAND DES ERBES

In dieser emotional herausfordernden Zeit, in der der Verlust eines geliebten Menschen zu verkraften ist, müssen neben den Formalitäten auch wichtige Entscheidungen getroffen werden. Zusätzlich ist es oft erforderlich, rasch eine Entscheidung über die Zukunft der Immobilie zu fällen, um unnötige Kosten zu vermeiden. Daher ist es ratsam, bereits im Vorfeld ausführlich über das mögliche Erbe und dessen Konsequenzen zu sprechen. Wenn Sie das Erbe ausschlagen möchten, müssen Sie schnell handeln, da der Gesetzgeber nur sechs Wochen für diese Entscheidung vorsieht.

Beim Erben einer Immobilie sollten Sie zunächst Informationen über das Vermögen und etwaige Schulden des Verstorbenen einholen. Mit dem Erbe übernehmen Sie auch Schulden und haften dafür mit Ihrem eigenen Vermögen. Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, sollten Sie Zugang zu den bestehenden Konten und allen relevanten finanziellen Unterlagen haben. Auf diese Weise können Sie vor der Annahme des Erbes feststellen, ob Sie es tatsächlich übernehmen möchten. Um Ihre Entscheidungsgrundlage zu vervollständigen, sollten Sie sich folgende Fragen stellen: In welchem Zustand ist die Immobilie? Sind Investitionen zur Instandhaltung oder Modernisierung erforderlich? Was soll in Zukunft mit der Immobilie geschehen?

ERBENGEMEINSCHAFT UND VORSORGEVOLLMACHT

Wenn mehrere Erben vorhanden sind, bildet sich automatisch eine Erbengemeinschaft. Jeder Erbe ist Mitglied dieser Gemeinschaft und kann nur durch Aufhebung oder Aufteilung ausgeschlossen werden. Die Mitglieder können nur gemeinsam handeln, es sei denn, sie bevollmächtigen einen oder mehrere Erben gesondert.

Besonders dann, wenn einzelne Erben schwer zu erreichen, krank, geschäftsunfähig oder unwillig sind, gestaltet sich die Verwaltung des Erbes oft schwierig. Die Erben haben auch einige Verpflichtungen: Wenn die Immobilie vorerst im Besitz der Erben bleibt, müssen sie die laufenden Kosten wie Reparaturen, Instandhaltung, Grundsteuer, Abwasser und Müllgebühren tragen. Wenn einer der Erben seinen Anteil an den anfallenden Kosten nicht tragen kann, müssen die anderen Erben einspringen. Die Erbengemeinschaft wird als Gesellschaft bürgerlichen Rechts betrachtet, weshalb die Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen haften.

VOLLMACHT STATT BETREUUNG

Es kommt häufig vor, dass Menschen in Situationen geraten, in denen der Verkauf ihrer Immobilie notwendig ist, z.B. wenn ein teurer Aufenthalt in einem Alten- oder Pflegeheim notwendig wird. In solchen Fällen ist oft kein Weg an einem Immobilienverkauf vorbei. Krankheit oder Pflegebedürftigkeit führen häufig dazu, dass die Eigentümer den Verkauf nicht mehr selbst abwickeln können. Ohne eine uneingeschränkte Vollmacht muss ein Betreuer bestellt werden, der den Verkauf der Immobilie für die Eigentümer durchführt. Dies führt zu zusätzlichen Kosten und kann bis zu mehreren Monaten dauern. Ab diesem Zeitpunkt regelt der Betreuer alle finanziellen Angelegenheiten der Betroffenen, die nicht mehr über ihre eigenen Konten verfügen können, einschließlich der Kinder oder rechtmäßigen Erben. Daher ist es ratsam, einen Bevollmächtigten zu bestellen, der auf der Grundlage einer Generalvollmacht handeln kann.

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